Orville's

Der Platz der Luftbrücke ist einer dieser Berliner Unorte; verkehrumtost von Columbiadamm, Tempelhofer Damm und Mehringdamm, der Platz ohne Aufenthaltsqualität und wer nicht grade zum Fundbüro, zum LKA, ins Polizeipräsidium oder ins City Lab wollte, der hatte eigentlich keinen Grund das Areal anzusteuern. Bisher – denn seit Januar 2020 lohnt sich ein bewusster Abstecher in den Bauteil H2rund des Flughafens Tempelhof.   

 

In den Räumen des ehemaligen Columbia House, in dem sich in den 1950er Jahren das Offizierskasino der US Air Force befand, hat nämlich das Café Orville's eröffnet. Namensgeber ist der Flugpionier Orville Wright, der auf dem Flugfeld im September 1909 einen Höhenrekord von 172 Metern aufstellte. 

 

 

Montags bis freitags wird hier nun ausgesuchte Feinkost, guter Kaffee, hausgemachte Kuchen und Croissants der Kult Bäckerei Albatross aus Kreuzberg serviert. Das Mittagsangebot umfasst belegte Focaccia, Suppen, Salate und ein Gericht des Tages. Alles ist saisonal, regional, oft in Bioqualität und auf Nachhaltigkeit wird Wert gelegt, weswegen es keine Coffee-to-go Becher gibt, sondern Recup Becher zum Einsatz kommen und Community Cola ausgeschenkt wird. Mit jeder getrunkenen Cola unterstützt der Gast soziale Projekte vor Ort – Gutes tun kann erstaunlich oft sehr einfach sein.          

 

Das Interieur ist zum Großteil noch Original aus der Zeit des alten Offizierskasinos – den Tresen zieren sogar noch die  Sticker aus der Zeit, als die Angestellten der U.S. Air Force hier aus- und eingingen. Super stylisch ist das nicht, aber authentisch und der Historie des Raums angemessen. Und auch mal eine willkommene Abwechslung zu dem üblichen Design der hippen Berliner Café Läden.

 

Und wem das als Motivationshilfe noch nicht reicht: in direkter Nachbarschaft des Orville’s wurde Anfang März das neue Besucherzentrum des Flughafens, das CHECK-IN, in Betrieb genommen und zeitgleich die Ausstellung „EIN WEITES FELD. Der Flughafen Tempelhof und seine Geschichte“ eröffnet. Sie beleuchtet bis Ende 2020 die Bedeutung des Tempelhofer Feldes und des Flughafens während der NS-Zeit, im Rahmen der „Luftbrücke“ während des Kalten Krieges und als Verbindung europäischer Metropolen seit den 1920er Jahren. Auch ohne Buchung einer Führung ist die Schau - bei freiem Eintritt – sehr sehenswert. 

 

Auf einmal gibt es nun also sogar zwei gute Gründe den Platz der Luftbrücke anzusteuern. 

 

Platz der Luftbrücke 4 – Tempelhof  / Mo-Fr 09:00-17:30  / https://www.facebook.com/orvilles.berlin / U6 Platz der Luftbrücke - Bus 104&248 Platz der Luftbrücke / Preise €

 

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