Die goldene, gloriose Zeit

Wie viele andere Stadtviertel auch, besteht Weißensee aus mehreren Kiezen – Komponisten- oder Munizipalkiez um nur zwei zu nennen; insgesamt aber ist Weißensee nicht allzu groß, so dass man eine schöne Erkundungstour an einem Tag gut bewältigen kann. Der hier vorgestellte Rundgang ist ca. 4 Stunden lang, ohne Besuch des Jüdischen Friedhofs und ohne Pausen.   

 

Wir beginnen unseren Rundgang am Caligariplatz und sind gleich mitten in der goldenen, gloriosen Zeit Weißensees. Denn 1913 entsteht vor den Toren Berlins eine Filmstadt. Es gibt reichlich Platz um preiswert große Studios zu bauen. In der Franz-Josef-Straße - heute Liebermannstraße - richten die Continental Kunstfilm GmbH, die Pathe-Freres GmbH und die Vitascope Gesellschaft Filmateliers ein. Nach einem kurzen, kriegsbedingten Einbruch der Filmbranche, geht es 1915 mit der Filmeproduktion in Weißensee richtig los. Es beginnt die Zeit der Regisseure und Darsteller, die Stummfilmfans heute noch bekannt sind: Richard Oswald, Reinhold Schünzel, Claire Waldorff, Harry Liedtke, um nur einige zu nennen. Zwischen 1913 und 1928 werden in Weißensee 49 Filme gedreht, darunter "Der Hund von Baskerville" 1914 oder "Das Cabinet des Dr. Caligari" 1919. In "Tragödie der Liebe" steht Marlene Dietrich 1923 erstmals vor der Kamera.

 

Es wird aber nicht nur gedreht, auch über zehn große Filmpaläste dienen als Premierenkinos. Sieben davon befanden sich einst rund um den Antonplatz, wo wir unseren Rundgang beenden werden. Zwei davon sind heute noch vorhanden: das Toni am Antonplatz und hier am Caligariplatz in der  Gustav-Adolf-Straße das Delphi Kino. 

 

Die Brotfabrik am Platz wurde 1890 vom Bäckermeister Kohler gegründet, 1914 lässt er das Gebäude errichten. Kohlers Nachfolger flieht 1952 in den Westen und für das Areal wird andere Verwendung gefunden, unter anderem als Seltersfabrik. 1986 eröffnete die in der Nachbarschaft gelegene Kunsthochschule Weißensee im Haus einen Jugendclub. Nach der Wende kann ein Verein das Gebäude übernehmen und nach einigen Wirrungen befindet sich hier heute immer noch eine Galerie, eine Bühne, ein Kino und eine Kneipe. Der Platz erhielt übrigens erst 2002 seinen Namen in Bezug auf den Stummfilmklassiker; vorher hatte der Stadtplatz keinen Namen. Das rhombenförmige Schachbrettmuster das ihn schmückt ist der Siegerentwurf eines städtebaulichen Wettbewerbs im Rahmen der Platzbenennung.

 

Schräg gegenüber, in der Gustav-Adolf-Straße# 2 befindet sich das Stummfilmkino Delphi mit knapp 900 Sitzplätzen. 1929 eröffnet überstand das Delphi alle Katastrophen, musste aber dennoch 1959 den Kinobetrieb einstellen. Es diente in den Folgejahren als Gemüselager, Rewatex-Wäschereistützpunkt, Briefmarkengeschäft, Schauraum für Orgelbau oder als Lagerhalle der Zivilverteidigung der DDR. Seit 2012 wieder in privater Hand werden heute nicht nur Filme gezeigt, auf dem Programm stehen Theater, Tanz, Oper, Konzert, Performance, Film und viele Hybrid-Projekte. International bekannt wurde das Delphi, mit seiner überwiegend noch original erhaltenen Ausstattung, durch die Serie Babylon Berlin – das Delphi fungierte als der legendäre Nachtclub Moka Efti.

Kunsthochschule Weißensee und Ruthenbergsche Höfe

Wir bleiben auf der Gustav-Adolf-Straße Richtung Norden. An der Ecke Charlottenburger Straße finden sich einige schöne Häuser aus der Gründerzeit. Am Hamburger Platz stoßen wir in einer ehemaligen HO Kaufhalle auf die Kunsthalle am Hamburger Platz. Seit 1999 nutzt die Kunsthochschule Weißensee das Gebäude; zunächst als Atelier für die Bildhauer Ausbildung, seit 2010 als Ausstellungsort der Studierenden. Nur ein paar Schritte weiter links in der Bühringstraße ist die Kunsthochschule mit ihrem Hauptcampus zu Hause. In den Gebäuden der ehemaligen TRUMPF Schokoladenfabrik werden seit 1946 Künstler und Gestalter ausgebildet.

 

Zurück am Hamburger Platz biegen wir links in die Pistoriusstraße und gleich wieder rechts in die Friesickestraße. An der Streu- und der Lehderstraße erreichen wir einen sich über mehrere Querstraßen erstreckenden Komplex – die Ruthenbergschen Höfe. Mit der Errichtung zweier Fabrikgebäude gleich hinter der Berliner Stadtgrenze legte die Unternehmerfamilie Ruthenberg 1898/99 den Grundstein für ein ausgedehntes Gewerbegebiet. Die Neubauten ermöglichten den Umzug der Goldleistenfabrik, die Carl Ruthenberg schon 1875 in der Stralauer Vorstadt gegründet hatte. Zugleich profitierten die Ruthenbergs als Besitzer eines Elektrizitätswerks vom Wachstum der Berliner Industrie; in ihren Gewerbehöfen konnten sie Mietern den eigenen Strom anbieten. In mehreren Ausbauphasen errichtete Hermann Ruthenberg von 1902 bis 1908 rund um die väterliche Fabrik 22 Höfe mit vielfältig nutzbaren Gewerbehallen und einer kompletten Infrastruktur. Gerade den kleineren Betrieben der Metall- und Maschinenindustrie, die sich aufgrund des starken Ansteigens der Immobilienpreise und wachsender Auflagen der Bau- und Gewerbeaufsicht gezwungen sahen, das Zentrum Berlins zu verlassen, bot dieses Projekt eine attraktive Adresse. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Areal relativ unbeschadet. In der DDR-Zeit passierte nicht viel, die Höfe verfielen, blieben aber erhalten. Nach der Wende übernahm ein Investor das Areal; aber einer mit persönlichem Bezug – der Australier Wayne Camamile, der Urenkel des Gründers Carl Ruthenberg. Heute findet sich in den Höfen eine Mischung aus Gewerbe und Künstlern, das Areal steht seit 1994 unter Denkmalschutz.

 

Wieder auf der Behaimstraße gehen wir Richtung Mirbachplatz. Die katholische St.-Josef-Kirche wurde 1898/99 im Stile der Backsteingotik erbaut. Eine Brandbombe im Zweiten Weltkrieg fügte der Kirche beträchtlichen Schaden zu, sie wurde aber ab 1946 wieder aufgebaut. Gegenüber St. Josef kann man im netten Café Babuschka in der alten Fischräucherei eine erste kleine Pause einlegen. Direkt daneben befindet sich die Ostkreuzschule für Fotografie. 

Das Zentrum Neu Weißensees

Die Mietshausgruppe Behaimstraße 46-50 steht als Ensemble unter Denkmalschutz. Ein Stückchen weiter erreichen wir den Mirbachplatz; ursprünglich Cuxhavener Platz genannt, trägt er seit 1902 diesen Namen zu Ehren von Ernst Freiherr von Mirbach, einem maßgeblichen Unterstützer des Kirchenbaus auf dem Platz. Die Betahnienkirche wurde 1900-1902 für die stark wachsende Gemeinde erbaut. Im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört blieb nur der 65 Meter hohe Turm mit Glockengeläut erhalten. 2007 wurde das Areal samt Turm an einen Projektentwickler verkauft, der dort Loftwohnungen realisieren wollte – aber nichts passierte. Seit Sommer 2019 hat sich nun ein Tiny House Projekt auf der Freifläche etabliert; mal sehen wie es weitergeht.

 

Wir biegen in die Pistoriusstraße ein und gelangen zum Pistoriusplatz. Umgeben ist der Platz teilweise von schöner Randbebauung der 1920er Jahre, aber der Platz ist leider ohne Aufenthaltsqualität, da er als Parkplatz missbraucht wird und auch die Neubauten am Südende des Platzes passen sich architektonisch nicht wirklich gut ein. Gegenüber befindet sich das vom Weißenseer Baurat James Bühring erschaffene Wohnensemble rund um den Kreuzpfuhl, welches ab 1910 entstand. Mit Park, einer großen Stadthalle, einem Bürgerforum und der einstigen Oberrealschule samt Beamtenhaus -  am Gebäude befindet sich auch eine Berliner Gedenktafel, die an Bühring erinnert - plante der Architekt hier das Zentrum von Neu-Weißensee. Bis auf die Stadthalle überlebten die Ensembles den Krieg relativ unbeschadet, im ehemaligen Casino befindet sich heute das Frei-Zeit-Haus. Die Wohnanlage, die Bühring plante bestand aus Fünf- und Sechs-Zimmer-Wohnungen für zahlungskräftige Mieter und war im Stile der Zeit teilweise mit Jugendstil-Dekors ausgeschmückt und in märkischer Backsteingotik errichtet. Pistoriusstraße #16 ist ein ehemaliges Ledigenwohnheim, schräg gegenüber erhebt sich imposant ein 1926-28 von Josef Tiedemann erbautes Schulgebäude. Geht man vor dem Gymnasium rechts in die Tassostraße, stößt man auf weitere klassizistische Bebauung von Bühring, in der Charlottenburger Straße auf das Postamt, 1914/15 erbaut. 

Licht, Luft, Sonne die erste

Am Eingang der Parkanlage rund um den Kreuzpfuhl erinnert eine Gedenkplatte an das KPD-Mitglied Erich Boltze, der in der Pistoriusstraße 28 lebte, ehe er wegen seiner Untergrundaktivitäten gegen das NS-Regime 1937 verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Nach Haftverbüßung wurde er ins KZ Sachsenhausen überstellt, wo er 1944 hingerichtet wurde. Der Park selbst ist nach Jürgen Kuczynski benannt – Nestor der Geisteswissenschaften in der DRR, der allerdings nicht gänzlich unumstritten ist wegen seiner Nähe zur Staats- und Parteiführung.  

 

Wir folgen der Woelckpromenade, vorbei am Primo-Levi Gymnasium und an der noch von Bühring erschaffenen Anlage Paul-Oestreich Straße # 1-8 und stoßen kurz darauf auf den Holländerhof. Nach Vorbild des Holländischen Viertels in Potsdam baute Josef Tiedemann in den 1920er Jahren im Auftrag der Pankower Heimstätten-Gesellschaft eine Wohnanlage mit begrüntem Innenhof. Außen dem eher traditionellen Stil huldigend, war das Innere nach den Prinzipien des moderneren Wohnungsbaus errichtet: Licht, Luft, Sonne.              

 

Durch den Werner-Klemke-Park gelangen wir zur Amalienstraße. Klemke war ein Grafiker und Illustrator, über den erst 2011 bekannt wurde, dass er als Gefreiter der Wehrmacht, stationiert als Schreibkraft an der Westfront, über 300 holländische Juden vor der Deportation bewahrte. Klemke hatte zeitlebens nie über seinen Heldenmut gesprochen.

 

In einer denkmalgeschützten Villa am Rande des Parks, erbaut als Lehrerwohnhaus für die benachbarte Schule,  befindet sich eine Außenstelle des Standesamtes Pankow. Die Grundschule am Weißen See wurde 1929-31 von Reinhold Mittmann erbaut und unterrichtete in Koedukation als erste Schule im Bezirk Jungen und Mädchen in gemeinsamen Klassen.

Wir folgen der Amalienstraße in den Park und zum Weißen See – im Parkstern kann man eine vorzügliche Pause einlegen - und stoßen am Ufer auf das Milchhäuschen, eine weitere sehr nette Einkehrmöglichkeit; diese hat zudem noch einen großartigen Blick auf den See. 1874 bewarb sich der Berliner Fritz Kretschmar um eine Baugenehmigung für ein „Kopenhagener Tivoli“ auf dem Grundstück Amalienstraße 1. Sein Ziel war es, ein Vergnügungsgelände mit mehreren kleinen und größeren Gebäuden zu errichten. Fertiggestellt wurden allerdings nur das Restaurant, in dem sich heute das Kinderhaus Villa Honighut befindet, sowie 1884 ein Gartenhaus in Fachwerkbauweise. Kretschmar war mit seinem Vorhaben kein Erfolg beschieden, so dass die Besitzer die Villa nur zur Erholung nutzten. 1905 erwarb die Gemeinde Schloss und Park sowie den bisher privaten Geländestreifen am West- und Nordufer des Sees und eröffnete den Volkspark. Aus dem Gartenhaus wurde 1911 eine Milchverkaufsstelle, die Produkte aus dem gemeindeeigenen Kuhstall im Säuglingskrankenhaus an der heutigen Hansastraße anbot. Damit entstand der Name Milchhäuschen. In den Folgejahren wurde daraus eine Gaststätte, die unter wechselnden Namen Bestand hatte. Das Gebäude war allerdings im Laufe der Jahre so baufällig geworden, das es 1965 abgerissen wurde; seit 1976 hat das Milchhäuschen sein neues Gesicht mit großer Glasfront und Traumterrasse direkt am See.

 

Wer will, umrundet den See in knapp 20 Minuten, ansonsten halten wir uns in Richtung Freilichtbühne.

Das kleine Geschichtsbuch

Anfang des 19. Jahrhunderts ließ der Landwirt und Schnapsbrenner Johann Heinrich Leberecht Pistorius rund um den Weißen See einen Gutsgarten anlegen. Nach seinem Tod 1858 erwarb der Regierungsrat Friedrich Wilhelm Lüdersdorff das Anwesen und ergänzte es um ein zweistöckiges Gutsherrenhaus, dessen weitläufiger Bau als Schloss Weißensee bekannt wurde. Im Jahr 1874 verpachtete Lüdersdorff das Gelände. Aus dem Gutshaus wurde das beliebte Ausflugsrestaurant Zum Sternecker und entwickelte sich in der Kaiserzeit zum "Welt-Etablissement Schloss Weißensee", mit 2 Tanzsälen, einer Rutschbahn, Ballonfahrten, Karussells, Würfelbuden und verschiedenen Bierlokalen. Wie so viele Orte in der Umgebung des explodierenden Berlins im 19. Jahrhundert gehört der Weiße See mit Schloss und Vergnügungspark am Ufer zu den beliebten Ausflugszielen der Stadtbevölkerung am Wochenende. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges erwirbt die Gemeinde Schloss und Parkanlage und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Im Rahmen umfangreicher Umbaumaßnahmen entstehen Spielplätze, eine Planschwiese mit wasserspeienden Sandsteinfiguren, eine überdachte Aussichtsterrasse, eine Uferpromenade und ein kleines Wildtiergehege. Das Schloss wird als Kaserne genutzt und brennt am 21. Februar 1919 vollständig aus. In den 1950er Jahren lässt die Bezirksverwaltung im Park weitere Veränderungen durchführen, die Freilichtbühne und eine Schwimmfontäne werden angelegt. Im Jahr 1963 wird das Weißenseer Blumenfest aus der Taufe gehoben, ein dreitägiges Kultur- und Musikfestival. Die heutige Ausgestaltung des Parks geht auf Umbau- und Rekonstruktionsarbeiten im Park in den Jahren 1995-1999 zurück.

Unterhaltung und Recht

Kurz vor der Freilichtbühne stoßen wir auf eine Aussichtsterrasse mit zwei Tritonen – kurzes Anhalten und Aussicht genießen lohnt sich. Die Freilichtbühne verfügt über zwei Spielstätten. Auf dem Hof hinter dem charakteristischen Zeltdach der Hauptbühne und gleich am Uferweg des Weißen Sees finden 200 Besucher auf Liegestühlen Platz. Zu besonderen Anlässen wird dann auch die denkmalgeschützte große Bühne mit 2.000 Sitzplätzen bei Festen, Konzerten und Freiluftkino bespielt.

 

Die Freilichtbühne rechts von uns haltend gelangen wir in die Große Seestraße, in die wir links einbiegen bis wir zur Parkstraße gelangen, wo wir vor der imposanten Fassade des im Stile der Neorenaissance errichteten Amtsgerichts Weißensee stehen. Das Gebäude wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Paul Thoemer und Rudolf Mönnich errichtet. Mönnich war der Gerichtsgebäudebauer in Berlin; auch die Amtsgerichte in Schöneberg, Lichtenberg, Pankow, Charlottenburg, Moabit und Lichterfelde gehen auf seine Entwürfe zurück. Was auffällt: trotz des  historisierenden Protzes hat das Gebäude auch einen klaren Fassadenrhythmus und eine Gliederung, die durchaus modern ist. Es bleibt ein Funktionsbau mit klar erkennbaren Teilen.

Wo die goldenen Träume produziert wurden

Wir folgen der Parkstraße Richtung Norden - die Wohnhausgruppen #62-65 sind bauhistorisch interessant - und gelangen zum Joe-May-Platz. Der ist nicht wirklich hübsch, ehrt aber den Erfinder des deutschen Monumentalfilms, den Impresario Joe May, geboren 1880 als Julius Otto Mandel. 1911 begann sein Wirken in der deutschen Stummfilmindustrie. Er drehte in nur 16 Jahren insgesamt 94 Filme in seinen Ateliers an der Liebermannstraße. Nach seiner erzwungenen Emigration, 1933 zunächst nach London, später nach Kalifornien, fiel es ihm schwer im Studiosystem Hollywoods Fuß zu fassen und er verstarb 1954 verarmt in Los Angeles.

 

Im Backsteingebäude an der Liebermannstraße #24-28 befand sich einst das erste Filmatelier in Weißensee, das Studio der Vitaskop GmbH.  Erbaut und verpachtet wurde das Areal vom  Berliner Abbruch-Unternehmer Paul Köhler; 1913 baute er einen Gebäudekomplex mit allen Voraussetzungen für eine seinerzeit moderne Filmproduktion: ein 25 Meter langes Atelier, Garderobe, Kopiereinrichtungen, Anlagen zur Kolorierung und vieles mehr. Dort begann im Oktober 1913 die Vitaskop unter Leitung von Jules Greenbaum mit der Produktion von Filmen. „Der Hund von Baskerville“ war einer der ersten Filme, die hier gedreht wurden. Filme wie „Das weiße Grab“, „Die Brillanten der Herzogin“ und die „Welt ohne Männer“ kamen in den folgenden Monaten in die Kinos.

 

Ab 1919 ist auch die May-Film GmbH von Joe May hier Mieter, 1922 kauft May die Liegenschaft Köhler ab. Greenbaum und May drehen zunächst mit Erfolg Detektiv-Serien, so Greenbaum die Phantomas-Serie mit Erich Kaiser-Titz oder Rolf Loer in der Titelrolle, May die Joe Deebs-Serie. Doch auch seriöse Dramen entstehen in Weißensee, wo sich um Joe May eine Gruppe neuer Talente versammelt, etwa der Architekten Martin Jacoby-Boy -jahrelang Technischer Leiter des Ateliers, dessen Nachfolger Fritz Maurischat, die Regisseure Paul Leni, E. A. Dupont, Jens Uwe Krafft und Fritz Lang. 

 

Mitte der 20er Jahre gerät die May-Film AG in finanzielle Schwierigkeiten und ist gezwungen, einen Teil der Gebäude an die Wäscherei und Färberei H. Ide zu verpachten. Ende der 20er Jahre übernimmt diese dann das gesamte Gelände. 1945 werden die Besitzer von der sowjetischen Militärregierung enteignet; 1968 wird die Wäscherei Teil des Kombinats "VEB REWATEX". Heute werden die Hallen von Handwerkern, Designern oder Künstlern genutzt. Direkt nebenan befand sich das Lixie Atelier, welches aber bereits Ende der 1920er Jahre abgerissen wurde und Wohnbebauung weichen musste. An der Ecke Liebermannstraße / Berliner Allee #249 erinnert eine Berliner Gedenktafel an die Filmstadt und an den Ort an dem „Das Cabinet des Dr. Cagliari“ entstanden ist. 

Industriebetriebe, Dunkle Zeiten und Kreativität

Wir überqueren die Berliner Allee und stehen direkt vor dem Askania-Haus. Die Askania-Apparatefabrik besteht aus einer langgestreckten dreigeschossigen Zweiflügelanlage mit einem zentralen siebengeschossigen Eckturm. Erbaut 1940-41 nach den Plänen Richard Schuberts für den Fabrikanten Carl Otto Raspe als Apparatefabrik, um die Nachfrage der auf Hochtouren betriebenen Rüstungsindustrie weiterhin bedienen zu können. Askania, gegründet in Berlin Mitte, später nach Friedenau umgesiedelt, war ein Unternehmen der feinmechanischen und optischen Industrie und entwickelte sich zum bedeutendsten deutschen Unternehmen für Luftfahrt- und Navigationsinstrumente. Darüber hinaus entwickelten sie ab 1935 das Flugleitsystem des V1-Marschflugkörpers sowie Komponenten für die V2-Rakete. Im Werk Weißensee war eine Wiederstandszelle der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation tätig, die nicht nur Flugblätter verteilten sondern aktiv Produktionssabotage betrieben und die im Betrieb eingesetzten Zwangsarbeiter unterstützte.     

 

Nach dem Krieg übernahmen die Sowjetischen Aktiengesellschaften (SAG) von 1947-53 das Askania-Haus als ihre Zentrale. Die SAG waren für die Überführung von zur Demontage vorgesehenen deutschen Betrieben in das Eigentum der UdSSR geschaffen. Außer den SAG waren in einem Teil des Askania-Hauses auch das Weißenseer Bezirksamt untergebracht. Von 1953 bis 1990 nutzte das Ministerium für Staatssicherheit das ehemalige Industriegebäude für seinen Personen- und Objektschutz unter - circa 3800 Mitarbeiter. Von hier wurde zum Beispiel die reibungslose Fahrt der Staatsführung von Wandlitz nach Berlin-Mitte organisiert – die Protokollstrecke. Nach dem Fall der Mauer entdeckte man in dem Backsteinbau ein großes Waffenlager der Stasi; Handgranaten und Panzerfäuste, Maschinengewehre und Pistolen, alles deponiert mitten in der Stadt. 1990 zieht zunächst das Rathaus Weißensee ein, seit der Bezirksfusion 2001 beherbergt der Turm das Bürgeramt Weißensee.

 

Der weitaus größere Mieter aber ist die ECC – European Creative City. Seit 2005 hat sich in einem großen Teil des Fabrikkomplexes die Kreativstadt Weißensee angesiedelt und es sich zur Aufgabe gemacht, auf dem historischen Areal ein Kultur- und Gewerbezentrum zu entwickeln. Räume werden an Werbefirmen, eine Schauspielschule, an Tonstudios und an Internetfirmen vermietet, die größte Nutzergruppe sind allerdings bildende Künstler. Die Ateliers sind zwanzig beziehungsweise vierzig Quadratmeter groß, haben hohe Decken, und durch große Fenster optimale Lichtverhältnisse.

 

Bevor wir bei ECC vorbeischauen gehen wir auf der Berliner Allee kurz stadtauswärts und biegen rechts in die Gehringstraße. Im Haus #39 befand sich die erste Berufsschule der DRR, gegründet Anfang der 1950er Jahre. Das altrosa Gebäude wird bis heute von einem Bildungsträger genutzt. Wir folgen der Neumagener Straße bis zu #28. Hier befand sich die Riebe Kugellager- und Werkzeugfabrik GmbH des Erfinders und Ingenieurs August Riebe. Erbaut wurde das Areal mit dem markanten Bürorundturm von Bruno Buch; in Berlin ist sein bekanntester Bau sicherlich der Flaschenturm der Engelhardt Brauerei auf Stralau und die ehemalige Groterjan Brauerei in der Prinzenallee in Gesundbrunnen. Direkt gegenüber befindet sich dann auch der Eingang der ECC – im Café Sartre im begrünten Innenhof lässt es sich nett sitzen.

Licht, Luft, Sonne die zweite

Am Ende der Neumagener Straße biegen wir rechts in die Bernkasteler Straße. Die ehemalige Raoul-Wallenberg-Oberschule ist ein Bau von Bühring, heute befindet sich hier das Kultur- und Bildungszentrum - KuBiZ - Raoul Wallenberg. Links in die Trierer Straße einbiegend erkennen wir schon von weitem das sogenannte Papageienhaus, 1925-26 von Bruno Taut erbaut; die Farbfassung soll auf einen Vorschlag des Malers Karl Schmitt-Rottluff zurückgehen.  Direkt gegenüber in der Caseler Straße #1-5 baute Bühring eine heute unter Denkmalschutz stehende Wohnanlage.         

 

Über die Falkenberger Straße kommen wir zur Gartenstraße; Haus # 16 ist ein weiteres Baudenkmal, welches jahrelang vor sich hin rottete, ursprünglich war es 1925 als Landhaus für den Fleischermeister Emil Begusat erbaut, inzwischen ist es Teil eines Neubaukomplexes. Ein paar Meter weiter die Gartenstraße entlang und wir gelangen an der Buschallee wieder zu Bruno Taut. 1928-29 wurde der knapp 1km lange Wohnkomplex angelegt, hier baute Taut so urban wie nie. Durch Renovierungen und Einbau zusätzlicher Wohnungen wurde das ursprüngliche Tautsche Werk allerdings stark beeinträchtigt, auch die Farbgebung entspricht nicht mehr dem Original; beeindruckend ist der Komplex aber immer noch.    

 

Wer nicht den ganzen Kilometer ablaufen will, kann zwei Stationen mit der Tram fahren oder über die Gartenstraße und rechts auf der Falkenberger Straße zurück zur Dorfkirche Weißensee gehen. Der Schlenker bietet sich dennoch an, denn in der Hansastraße #178 steht Berlins traurigstes Denkmal: die Reste des ersten kommunal geführten Säuglings- und Kinderkrankenhauses Preußens. 1911 eingeweiht, erbaut nach Plänen von Bühring, konnten hier bis zu 100 Säuglinge und Kleinkinder behandelt werden. Neben einer chirurgischen Abteilung gab es Abteilungen, in denen HNO- sowie Hautkrankheiten behandelt wurden. Die Klinik hatte sogar einen eigenen Kuhstall mit 36 Kühen und angeschlossener Molkerei zur Versorgung der Kinder mit Milch. Was hier nicht verbraucht wurde, wurde im Milchhäuschen verkauft. Auch zu DDR Zeiten wurde es als Kinderkrankenhaus genutzt, Mitte der 1980er-Jahre sogar um ein weiteres Bettenhaus erweitert. Nach der Wende wurden die Kapazitäten nicht mehr benötigt, weshalb das Krankenhaus 1997 geschlossen wurde und 2005 das Gelände an einen Investor verkauft wurde. Dieser wurde aber zwischenzeitlich insolvent, der Konkursverwalter wollte die Liegenschaft nicht aus der Konkursmasse lösen und erst nach langen Rechtsstreitigkeiten konnte 2018 das Areal an Berlin rückübertragen werden. Seither ist allerdings nichts passiert – das denkmalgeschützte Ensemble ist mittlerweile stark verfallen und unzureichend gesichert, sodass es immer wieder zu Vandalismus Schäden und Brandstiftung kommt - das letzte Mal im Juni 2020.

Das Zentrum von Alt Weißensee

Zurück zur Berliner Allee empfehle ich auf jeden Fall die Tram zu nehmen; der 1km auf der Buschallee zieht sich ansonsten und direkt vor der Weißenseer Dorfkirche ist die Haltestelle. Aber Vorsicht – nur die M27 hält direkt vor der Kirche! Der älteste Bauteil der Kirche ist der Westturm aus dem 14. Jahrhundert, der allerdings ab 1822 einen neugotischen Turmaufbau bekam. Das Langhaus und die ursprüngliche Innenverkleidung der Kirche stammen aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert. 1943 brannte die Kirche bis auf die Grundmauern aus und wurde 1948/49 wiederaufgebaut. Rechts neben dem Kircheingang befindet sich das Mausoleum von Pistorius, welches heute als Gemeindesaal genutzt wird. 

 

In der Villa auf der gegenüberliegenden Straßenseite – Berliner Allee #185 – wohnten Bert Brecht und Helene Weigel von 1949-1953; eine Inschrift an der klassizistischen Fassade erinnert daran. Vor dem Ersten Weltkrieg befand sich im Haus das Ausflugslokal „Zum deutschen Zelt“ mit Biergarten; nach Brechts Auszug zog ein Club der Volkssolidarität ein. Ein 1990 gegründeter Kunstverein erkämpfte eine Nutzung der Villa als Veranstaltungsort für Lesungen und Konzerte und das Kulturamt des Bezirks erhielt Büros im Haus. Nach der Restitution 2005 wurde das Haus von den Erben weiterverkauft und – man muss es leider so sagen – gammelt seitdem vor sich hin. Anscheinend will der Besitzer auf den Faktor Zeit setzen, um das Gebäude abreißen und das Gelände neu bebauen zu können. In direkter Nachbarschaft ist in den letzten Jahren schon einiges an „Premium-Living“ Neubau errichtet worden.      

 

Wir gehen an den Neubauten vorbei zurück zum See und stehen direkt am Strandbad Weißensee. Seit 1912 wird an diesem Ort gebadet, inzwischen gibt es auch einen Kinderspielplatz, Sport- und Entspannungskurse und sogar Cocktails können hier geschlürft werden.

 

Dem Parkweg weiter folgend gelangen wir zum Kulturhaus Peter Edel. Die Geschichte des Gebäudes bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, habe ich oben ja schon ausgeführt. Was nachzutragen bleibt: in den 1920er Jahren wird  der große Saal als Kino genutzt, zu DDR Zeiten befindet sich im Komplex das Kreiskulturhaus. Im Jahr 1984 erfolgt die Namensgebung nach Peter Edel, einem jüdischer Grafiker und Schriftsteller. 2007 musste das Kulturhaus schließen, etliche Pläne zur Nachfolgenutzung konnten nicht realisiert werden, mit dem Kommunalen Bildungswerk wurde aber 2016 ein Träger gefunden, der eine Kunst- und Bildungseinrichtung in Weißensee etablieren wollte. Im April 2020 konnte nach umfangreicher Sanierung wieder geöffnet werden.

Gründerzeit Schönheiten

Vom Kulturhaus machen wir nochmal einen Schlenker zurück zur Indira-Gandhi-Straße; hier befindet sich das Alexianer-St-Joseph-Krankenhaus, eine katholische Fachklinik für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Eröffnet wurde die Klinik 1893 als „Heilanstalt für gemüts- und nervenkranke Herren“.  Die Villa Gartenstraße#38 gehört ebenfalls zu den Liegenschaften des Krankenhauses. In Zeiten von COVID-19 sollte man den Campus aber nur aus der Ferne bestaunen – er ist allerdings auch so beeindruckend.    

 

An der Bizetstraße beginnt das Komponistenviertel – ein Gründerzeitkleinod mit einem kleinen Schönheitsfehler – morgens und abends werden die Straßen als Ausweichstrecke zur verstopften Berliner Allee genutzt. Diagonalsperren und Poller sollen es nun richten.

 

Die Straßen des Viertels heißen übrigens erst seit 1951 nach Komponisten. Als Weißensee in den 1870er Jahren entwickelt wird ist das hier das  „Französische Viertel“ – im Geist der Zeit benannt nach Schauplätzen des Deutsch-Französischen Krieges. Ausnahme der Komponisten Regel – die Herbert-Baum-Straße benannt nach dem 1942 ermordeten jüdischen Widerstandskämpfer, die Otto-Brahm-Straße, benannt nach dem 1912 verstorbenen  jüdischen Literaturhistoriker und Leiter des Deutschen Theaters sowie der Markus-Reich-Platz am Eingang zum jüdischen Friedhof, benannt nach dem jüdischen Pädagogen.             

 

Durch die Bizetstraße gelangen wir zum  Solonplatz. 1905 als Schmuckplatz mit Namen Lindenplatz angelegt, erfolgte die Randbebauung ab 1925 mit repräsentativen Stadthäusern. Eine erste Umbenennung gab es 1937 – ein 1932 bei einer politischen Auseinandersetzung ums Leben gekommener Hitlerjugendführer namens Georg Preiser wurde geehrt. Mit der Entnazifizierung 1947 erhielt der Platz seinen Namen nach dem griechischen Staatsmann Solon, der bereits in der Antike zu einem der sieben Weisen Griechenlands gezählt wurde. Der Pavillon an der Nordseite des Platzes wurde Ende der 1920er Jahre angelegt, unter ihm befindet sich eine Trafostation der Berliner Elektrizitätswerke. Die Statue „Orang Utan“ ist von Stefan Horota und stammt aus dem Jahr 1977. Das Café Friedas Glück bietet eine letzte schöne Einkehr.

 

Über Meyerbeer-, Smetana und Gonoudstraße - #46 ist das Verwaltungsgebäude einer ehemaligen Stofffabrik – und links in die Herbert-Baum-Straße stehen wir vor dem Eingang des Jüdischen Friedhof Weißensee – ausführlich beschrieben hier. Nach dem Besuch des Friedhofs halten wir uns an der Puccinistraße links, das Ensemble # 30-40 ist eine ehemalige Gummiwarenfabrik, modern firmierend unter dem Namen Puccini Hofgärten, dem Geist unserer Zeit entsprechend mit Townhouses garniert. In #10 sind noch die Eingangspavillons des ehemaligen Omnibus-Betriebshofes erhalten, 1913 von Franz Ahrens erbaut; dem Mann dem wir die Friedrichstadt Passagen, das spätere Kunsthaus Tacheles verdanken.  

Antonplatz

Über die Mahlerstraße lohnt sich in der Bizetstraße noch mal ein kurzer Schwenk nach rechts – die Häuser #47-61 sind schöne Beispiele der Gründerzeitarchitektur. Wir folgen der Bizetstraße stadteinwärts und gelangen rechts über eine kleine Grünanlage zum Antonplatz. Der Bauentwickler Gustav Adolf Schön ließ den Platz 1874 zu Ehren seines Bruders Anton benennen. Zwischen 1889 und 1903 musste Anton allerdings weichen – ein Kaiser-Wilhelm-Platz musste auch in Weißensee sein, Denkmal inklusive. 

 

Schön ist der Platz nicht mehr, die Aufenthaltsqualität äußerst eingeschränkt. Lichtblick ist der Wochenmarkt dienstags und freitags und der Blick auf das Kino Toni. Im September 1920 als „Decla-Lichtspiele“ eröffnet, bis zum Kriegsende als „UFA-Theater“ weitergeführt, blieb es als einziges Kino in Ost-Berlin in privater Hand, der von Herbert Bendel. Das Toni galt als eines der schönsten Kinos der Hauptstadt, verlor aber 1956 seinen Status als Premierenkino; die Kinogänger in Weißensee mussten auf die neusten Filmstarts warten. Natürlich war diese Schikane kalkuliert, die Benachteiligung gegenüber der staatlichen Konkurrenz war nur eine von vielen, mit denen Bendel zum Aufgeben gezwungen werden sollte. Zum Verhängnis wurde ihm dann die fehlende Investition in die Bausubstanz, die er mit dem geringeren Gewinn nicht leisten konnte; 1979 schloss die Staatliche Bauaufsicht das Kino.

 

Die Bezirksfilmdirektion Berlin übernahm das Toni und eröffnete es nach einem grundlegenden Umbau. Nach der Wende erwarb der Regisseur Michael Verhoeven 1992 das Toni von der Treuhand und ließ einen zweiten Kinosaal – das Tonino - einrichten. 2010 diente das Toni – in Anerkennung für ein engagiertes und anspruchsvolles Programm – als Spielstätte für die Berlinale. Verhoeven hat 2017 aus Altersgründen verkauft, die neuen Eigentümer haben aber eine Verpflichtung bis mindestens 2027 den Kinospielbetrieb aufrecht zu erhalten.

 

Und so beenden wir unseren Rundgang wie wir ihn begonnen haben – mit einem Blick in die große Zeit Weißensees. Aber auch im Heute hat Weißensee einiges zu bieten – nicht nur als Wohnalternative für all diejenigen, denen Friedrichshain zu trubelig und Prenzlauer Berg zu gentrifiziert ist.

 

TRAM  M2/12/13 - Caligariplatz // TRAM M4/12/13 - Antonplatz  

 

Inspiriert zu diesem Ausflug wurde ich durch das Heft Pankow von Marc Lippuner aus der Reihe Berliner Spaziergänge des Elsengold Verlag.

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