St. Agnes

Für mich der schönste Ausstellungsraum Berlins – St. Agnes, ein profanisiertes Kirchengebäude.

 

1967 aus Beton erbaut, wurde das katholische Gotteshaus 2004 aus finanziellen Gründen aufgegeben und von der Berliner Diözese zur Vermietung freigegeben; Im gottlosen Berlin gab es einfach nicht mehr genug Christen. Aber was für ein Glück für Kunstliebhaber, dass Johann König 2012 auf das Gebäude aufmerksam wurde und die Kirche in einen Kunstraum umbauen ließ. König, einer der wichtigsten und einflussreichsten Galeristen Deutschlands, erkannte das Potential und ließ sich auch von den enormen Anstrengungen und Kosten des Umbauunterfangens nicht abschrecken.          

 

Die Größe des Gebäudes allein ist beeindruckend: 15 – 20 Meter hoch, 35 Meter lang, 12 Meter breit. König hat im Hauptschiff eine Ebene einziehen lassen die Puristen nicht gutheißen; aber schließlich ist es doch eine Galerie und es muss ausgestellt werden.

 

Die Schlichtheit des Raumes ist ein reizvoller Kontrast zur Kunst: auf der einen Seite die reduzierte, graue Architektur, daneben die Installationen, Bilder oder Skulpturen der laufenden Ausstellungen, denen der Raum den Platz zur Entfaltung und zum Dialog gibt. Manchmal aber lenkt das Gebäude fast ein bisschen von der Kunst ab – St. Agnes erobert sich ihren Platz zurück. Und so wird hier heute nicht mehr des christlichen Schöpfers gedacht, aber eine Art von Gottesdienst ist der Besuch des Gebäudes doch noch immer.      

 

Alexandrinenstraße 118-121 – Kreuzberg / 030 261 03080 / Di – So 11:00 – 18:00 / www.koeniggalerie.com / U1 Prinzenstrasse – U8 Moritzplatz – Bus M29 Alexandrinenstrasse   

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