Friedhof Heerstraße

Im Berliner Westend gelegen, wird der 1921-1924 für die Bewohner der Villenkolonie Westend angelegte Friedhof auch Prominentenfriedhof genannt, wobei viele der Prominenten heute leider dem Vergessen anheim gefallen sind. Noch immer bekannt sind wohl Vadim Glowna, Michael Althen, Dietrich Fischer-Dieskau, Georg Kolbe, Loriot, Joachim Ringelnatz und Klausjürgen Wussow, um nur einige zu nennen, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden. Insgesamt gibt es 51 Ehrengräber des Landes Berlin, mehr als auf jedem anderen Friedhof der Stadt.

 

Die Anlage ist heute als Gartendenkmal klassifiziert; angelegt um die Senke des ca. 1 ha großen Sausuhlensees, der in einer eiszeitlichen Rinne liegt. Geschwungene Wege mit terrassenförmig gruppierten Grabreihen führen zum Ufer hinab, im flachen westlichen Teil sind die Wege und Grabanlagen ringförmig um ein Rondell angelegt. Zu verdanken ist die Gesamtanlage Erwin Barth, Charlottenburger Gartendirektor von 1912 bis 1926. Und es spricht irgendwie für diese Zeit, dass sogar dem Totengedenken die Idee der Schönheit und Erbauung zu Grunde gelegt wurde.

 

Der Friedhof Heerstraße wurde bereits 1924 interkonfessionell erweitert, was die Nationalsozialisten dazu bewogen haben soll, 1935 in Vorbereitung zu den Olympischen Spielen einige Veränderungen zu veranlassen. Das Kapellendach wurde, weil es vom Olympiastadion aus gesehen werden konnte und angeblich die Sichtachse zum Olympiastadion gestört hatte, tiefer gelegt. Der wahre Stein des Anstoßes waren aber wohl die zahlreichen jüdischen Begräbnisstätten auf dem interkonfessionellen Friedhof.    

       

Trakhener Allee 1 – Westend / U2 - S Bahn Olympia Stadion                         

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Juliane Gassert (Montag, 10 April 2017 21:02)

    Es ist immer wieder erstaunlich, welch schöne Orte die Autorin findet.
    Danke für diesen Ausflug und die präzisen Beschreibungen!

  • #2

    Charlotte@fortsetzungberlin (Montag, 10 April 2017 22:29)

    Gerne; ich lerne auch noch so viel Neues über diese Stadt.

News

Berlin Biennale – 09.Juni-09.September 2018

Die Berlin Biennale ist das Forum für zeitgenössische Kunst in Berlin. Sie findet alle zwei Jahre an variierenden Orten in Berlin statt und wird von unterschiedlichen Konzepten bekannter Kuratoren geprägt. Die Veranstaltungen im Rahmen des öffentlichen Programms «I’m Not Who You Think I’m Not» finden an vielen verschiedenen Orten in Berlin statt. Am 8. Juni 2018 wird die Berlin Biennale um 19 Uhr zeitgleich an allen Ausstellungsorten eröffnet. Alle  Orte sind an diesem Abend bis 22 Uhr zugänglich und der Eintritt ist kostenlos. Mehr Infos – hier.  

 

Die Schönheit der Großen Stadt – ab 23.02.18 Museum Ephraim Palais

Ob „Spree-Athen“ oder urbane Metropole – es geht um die äußere Erscheinung der Stadt Berlin und die dahinter verborgene Schönheit, für die Malerei die Augen öffnen kann. 120 Berliner Bilder zeigen, wie Künstler von Gaertner bis Fetting „Die Schönheit der großen Stadt“ gesehen haben. Infos – hier