Sicherlich der bekannteste Friedhof Berlins. 1763 eröffnet und bis 1826 mehrmals vergrößert, hat er bis heute eine herausragende kunst- und kulturgeschichtliche Bedeutung sowohl als Ruhestätte zahlreicher einflussreicher und prägender Persönlichkeiten der Berliner und Deutschen Geschichte als auch wegen der unterschiedlichen Kunststile, die sich hier entfalten; ein Besuch des Friedhofs ist eine Rundgang durch die Berliner Bildhauerschulen des 19. Jahrhunderts.

 

Der zentrale Weg vom Haupteingang an der Chauseestraße führt zur Marmorstatue Martin Luthers, die 1909 von Ernst Waegener gestaltet wurde. Das älteste Grabmal des Friedhofes ist das 2 m hohe Sandsteindenkmal für den 1807 verstorbenen Fabrikanten Jacob Fröhlich. Richtung Seiteneingang zur Hannoverschen Straße befindet sich der Grabstein des von mir hoch verehrten Karl Friedrich Schinkel, zu Lebzeiten von ihm selbst gestaltet, in der gegenüberliegenden Reihe an der Mauer zur Charite die Ruhestätte von  Johann Gottfried Schadow, ebenfalls von mir hoch verehrt. 

 

Christian Daniel Rauch, nur ein paar Schritte von Schinkel entfernt begraben, liegt in Sichtweise Schadows; im Tod nahe, wo im Leben doch der Schüler den Lehrer überflügelte und von Schadow das zynische Bonemot überliefert ist: „ Mein Ruhm ist in Rauch aufgegangen“ Dennoch, beide waren in ihrer Kunst und durch ihre Könnerschaft für Berlin und Preußen prägend.   

 

In unmittelbarer Nähe von Rauch finden Sie die Gräber des Erbauers des Stadtschlosses Friedrich August Stüler und des Fabrikanten August Borsig.            

 

Weitere bedeutetende Persönlichkeiten, die auf Friedhof begraben sind, sind Johann Gottlieb Fichte, Georg Friedrich Wilhelm Hegel, Ernst Amandus Theodor Litfaß, Heinrich Mann, Anna Seghers, John Heartfield, Arnold Zweig, Johannes R. Becher, Hanns Eisler, Hans Mayer, Heiner Müller, Günter Gaus, Peter Palitzsch, Otto Sander, Johannes Rau und Egon Bahr. 

 

Direkt neben dem Dorotheenstädtisch-Friedrichswerderschen Friedhof befindet sich der Französische Friedhof, der 1780 für die Berliner Hugenotten angelegt wurde. Hier finden sich die Grabstätten des Iffland-Ring Trägers Ludwig Devrient und des Kupferstechers Daniel Chodowiecki. Schinkel erbaute das Grabmal für den Erzieher Friedrich Wilhelms IV., Friedrich Ancillon und Stüler ein Baldachingrab für den Kunstmäzen Pierre Louise Ravené.  

 

Leider ist der Friedhof schlecht beschildert; am Besten Sie besorgen sich aus dem Internet einen Lageplan der Gräber, damit Sie die Ruhestätten derjenigen auch finden, die Sie erkunden wollen.  

 

Chausee Straße 126 – Mitte / U6 Naturkunde Museum – Tram 12 & M5 Naturkunde MuseumXChauseesestraße  

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Kommentare: 1
  • #1

    Juliane Gassert (Dienstag, 25 Juli 2017 16:28)

    Es ist immer wieder schön, wie die Autorin Kleinode beschreibt.
    Danke für den Tip mit dem Lageplan!

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