Der Verein "Das verborgene Museum e.V." ist der Träger des 1986 von den Malerinnen Gisela Breitling und Evelyn Kuwertz gegründeten Verborgenen Museums in der Schlüterstrasse in Charlottenburg. Fokus sind bildende Künstlerinnen, Malerinnen, Fotografinnen, Architektinnen und Bildhauerinnen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts geboren wurden und als erste Frauen an Akademien und Kunstschulen lernen und lehren duften, die aber spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Vergessenheit gerieten. Als hätten die Umwälzungen der Zeitläufte diesen früh emanzipierten Frauen noch einmal den Vorhang zugezogen.   

 

Weltweit ist dieses Berliner Haus die einzige Institution, die sich um die Präsentation und wissenschaftliche Aufarbeitung der Lebenswerke von Künstlerinnen kümmert, die in Vergessenheit geraten sind. Den Ausschlag für den Aufbau des Vereins und des Museums gab eine Untersuchung zwischen 1984 – 1987 in deren Verlauf sich herausstellte: Die Werke von mehr als 500 Künstlerinnen lagerten verborgen in den Archiven der Westberliner Museen, katalogisiert, aber unbekannt, oft sogar den Kuratoren. Herausragende Kunst, für die sich jahrezehntelang niemand interessiert hatte.   

 

Ein Zustand der dringend geändert werden musste – der Verein begann die Gesamtwerke aus den unterschiedlichen Einrichtungen und privaten Nachlässen zusammenzuführen und in der Schlüterstrasse zu präsentieren. Die Werke von mehr als 100 Künstlerinnen wurden bisher ausgestellt, darunter Gertrud Arndt, Dorothy Bohm, Ida Gerhardi, Marta Hegemann, Lily Hildebrandt, Lotte Jacobi, Lotte Laserstein, Käthe Loewenthal, Else Lohmann, Marie Vassilieff, Hilde Weström, Eva Besnyö, Frieda Riess und Yva (Else Neulaender-Simon).

 

So divers die Oeuvre der Frauen sind, so erstaunlich übereinstimmend sind doch oft ihre Schicksale – als Künstlerinnen, auch von vermeintlich progressiven Männern, nicht ernst genommen, benachteiligt, die Prägungen durch Faschismus, Verfolgung und Emigration aber auch Stärke, Willen, Mut, visionäre Kraft und Begabung.

 

Einige der Werke, die dank des Verborgenen Museums wiederentdeckt wurden, haben inzwischen ihren selbstverständlichen Platz in den Sammlungen der großer Berliner Institutionen (wieder)bekommen – so zum Beispiel in der Berlinischen Galerie oder der Neuen Nationalgalerie.

 

Schlüterstrasse 70 – Charlottenburg  / 030 313 36 56 / Do & Fr 15:00–19:00 – Sa & So 12:00-16:00   / www.dasverborgenemuseum.de / S-Bahn Stadtbahn Savignyplatz – U2 Ernst-Reuter-Platz – Bus M49& X34 Schlüterstrasse     

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

News

Berlin in der Revolution 1918/19 – 09.November 2018-03.März 2019

Die Aufnahmen der Pressefotografen, insbesondere der Gebrüder Haeckel und von Willy Römer, erzählen fotografisch von der Revolution 1918/19. Ihre Aufnahmen sind auch als historische Quellen zu lesen, die etwa erkennen lassen, dass nicht nur Arbeiter und Soldaten Akteure der Revolution waren. Zugleich wird auf den Film wie auf die Unterhaltungskultur im Winter 1918/19 eingegangen, um ein authentischeres Bild von den Revolutionsmonaten und der bestehenden Parallelwelt zu vermitteln. Denn die teils kriegerische Gewalt gehörte ebenso dazu, wie die Lust an den Vergnügungen. Alle Infos – hier

Around the World in 14 Films 22.November – 01.Dezember 2018

Bereits zum 13. Mal findet das Filmfestival "Around the World in 14 Films" satt. Eine cineastische Weltreise mit außergewöhnlichen Filmen des jungen Weltkinos. Alle Filme sind Deutschland - bzw. Berlin Premieren, liefen aber bereits bei den Festivals in Cannes, Venedig, Locarno, Toronto oder San Sebastián und wurden dort begeistert aufgenommen. Mehr Infos – hier

Berlin 18/19 – 23.November 2018 – 19.Mai 2019

Die Sonderausstellung im Märkischen Museum widmet sich den Geschehnissen der Novemberrevolution in Berlin und ihren bis heute sichtbaren Nachwirkungen. Was passierte nach dem 9. November 1918 an der Spree? Wie sah der Revolutionsalltag der Berlinerinnen und Berliner aus? Welche Vorgeschichte hatte der Januaraufstand von 1919, und warum wurden im März desselben Jahres ganze Stadtviertel zum Bürgerkriegsgebiet? Die Sonderausstellung zeigt das großstädtische Leben in der Revolutionsphase und beleuchtet die Hintergründe der Gewalteskalation. Alle Infos - hier

 

Französische Filmwoche 28.November – 05.Dezember 2018

 

Auf dem Programm der Französischen Filmwoche 2018 zahlreiche Deutschlandpremieren französischer und frankophoner Filme. Zum 18. Mal wird die Französische Filmwoche zu einem Forum der Begegnung und des Austauschs. Alle Infos – hier