Ursprünglich war der Friedhof Stubenrauchstraße nur als Provisorium geplant; dem Hamburger Platz, einer von vier Plätzen der sogenannten  „Carstenn-Figur“ sollte der Friedhof bei fortschreitender Bebauung weichen.  Doch letzlich wurde nicht weitergebaut und der Friedhof blieb. 

 

Zahlreiche Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Schauspieler und Musiker aus der in der Nähe gelegenen Wilmersdorfer Künstlerkolonie am Barnay Platz fanden hier ihre letzte Ruhe, weshalb der Friedhof auch als „Künstlerfriedhof“ bekannt ist. 1992 wurde die wohl berühmteste Berlinerin, die eigentlich von der Roten Insel stammende Marlene Dietrich, hier begraben und der im Bayerischen Viertel geborenen Helmut Newton 2004. Zahlreiche  Gräber wurden vom Berliner Senat zu Ehrengräbern erhoben. 

 

Das mit Ornamenten reichverzierte Colombarium wurde nach dem dem 1. Weltkrieg aus Backstein errichtet und war das  erste seiner Art in Berlin.  Dort liegen die sterblichen Überreste der Malerin Jeanne Mammen, einer Weggefährtin von Otto Dix und George Grosz. 

 

Durch den alten Baumbestand hat der Friedhof fast einen parkähnlichen Charakter. Und, wenn nebenan in der Ruppin Grundschule Pause ist und man den Schülern beim Toben zuhört, dann ist dies ein wunderschöner Platz, um über die Nähe von Leben und Tod zu sinnieren.     

 

Wer mehr über die Geschichte des Friedhofs und die Persönlichkeiten, die dort begraben sind, erfahren will, kann sich einer Führung anschließen. Helmuth Pohren-Hartmann, ebenfalls Autor eines Buches über den Friedhof, bietet regelmäßig Führungen an unter dem Motto „ Wo Marlene ihre letzte Ruhe fand“. Weitere Informationen unter www.pohren-hartmann.de.

 

Stubenrauchstraße 43 – Friedenau / Ringbahn - U9 Bundesalle – U9 Friedrich- Wilhelm Platz   

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