Volkspark Mariendorf

Mein Vorsatz für dieses Frühjahr und den Sommer: mehr von den circa 2500 Grünflächen Berlins erkunden. Neues entdecken neben den altbekannten Orten, die an warmen Wochenenden doch auch oft arg überlaufen sind. Und so hat es mich auf den Spuren des Charlottenburger Gartenbaudirektors Erwin Barth, dem wir unter anderem den Alboinplatz und den Friedhof Heerstraße verdanken, zunächst nach Mariendorf verschlagen. Allerdings arbeitete Barth bei der Gestaltung dieses Parks nur mit -  Rudolf Fischer heißt der Architekt, dem wir den Großteil der Grünanlage verdanken.  

 

Erbaut wurde der Volkspark Mariendorf zwischen 1923-1931. Im ursprünglichen Bebauungsplan von 1906 war an dieser Stelle keine Grünfläche vorgesehen;  der Gemeindevorsteher Westphal regte bereits 1907 an, einen Erholungspark auf dem Terrain anzulegen und ließ die Gemeinde ab 1908 erste Grundstücke aufkaufen. Bevor der Garten allerdings realisiert werden konnte, stoppte der Erste Weltkrieg erstmal die Unternehmung. Doch die Mariendorfer Bürger hielt das nicht davon ab, Tatsachen zu schaffen: eine Anhöhe – erstanden aus Aushub des U-Bahn Baus wurde im Winter zum Rodeln genutzt und auf dem Blümelteich wurde gerudert.   

 

1923 erfolgte dann die offizielle Erschließung der 13 Hektar großen Fläche. Der Park unterteilt sich in ein streng klassisches Gartendenkmal in dessen Mitte der Blümelteich und der Rosengarten liegen und einen naturbelasseneren Landschaftspark mit verschlungenen Wegen und stillen Ecken.

 

Ein Teil des Blümelteichs wurde 1938 als erste Berliner Strecke für Modellsegelboote freigegeben. Später sorgte die Aufrüstung der Boote mit Benzinmotoren für Streit mit den Anwohnern - 1974 verbot das Bezirksamt die Benzinmotoren und die Modellbauer mussten ihre Wasserfahrzeuge auf Elektromotoren umstellen; der Erholungssuchende freut sich.

 

Im Osten begrenzt das Volksparkstadion Mariendorf – Heimat des TSV Mariendorf 1897 e.V., der in der Landesliga spielt – den Park. Hinter dem Stadion liegt das Sommerbad Mariendorf; ein sehr familienfreundliches Schwimmbad.      

 

An einem Wochenende im Juni findet der sogenannte Rocktreff statt – ein Festival für Newcomer-Bands, die zum ersten Mal vor einem größeren Publikum auftreten. Da kommen dann auch mal die Innenstädter nach Mariendorf.

 

Wem das Tempelhofer Feld inzwischen am Wochenende zu voll ist, der kann nur 4 U-Bahn Stationen weiter südlich eines stilleres Idyll finden. Natürlich nicht so hip und angesagt, aber vom Erholungswert weitaus angenehmer. Auch an einem dieser ideal-schönen Berliner Samstagnachmittage findet man – vor allem im relativ ursprünglichen Landschaftspark – immer noch ein stilles Fleckchen, ohne dem Nachbarn auf dem Handtuch zu sitzen.       

 

U6 – Alt Mariendorf – Bus M77 – 277 – 181 Alt Mariendorf  

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Rufus Katzer (Sonntag, 29 April 2018 17:52)

    Fortsetzung Berlin ist wie immer zu einer Schatztruhe geraten. Das Kulinarische und die Hingucker sind eine Wucht. Ein persönlicher Genuß, aus meiner neuen Wahlheimat Mallorca so viel Vertrautes und Neues durch Charlottes Augen zu entdecken. Für Gäste ebenso wie für Kenner der Stadt ein Muß.

  • #2

    Charlotte@fortsetzungberlin (Sonntag, 29 April 2018 18:45)

    Danke Rufus Katzer! Ich freue mich sehr, wenn ich sogar solchen Berlin Kennern wie Dir noch etwas Neues zeigen kann.

News

Berlin Biennale – 09.Juni-09.September 2018

Die Berlin Biennale ist das Forum für zeitgenössische Kunst in Berlin. Sie findet alle zwei Jahre an variierenden Orten in Berlin statt und wird von unterschiedlichen Konzepten bekannter Kuratoren geprägt. Die Veranstaltungen im Rahmen des öffentlichen Programms «I’m Not Who You Think I’m Not» finden an vielen verschiedenen Orten in Berlin statt. Am 8. Juni 2018 wird die Berlin Biennale um 19 Uhr zeitgleich an allen Ausstellungsorten eröffnet. Alle  Orte sind an diesem Abend bis 22 Uhr zugänglich und der Eintritt ist kostenlos. Mehr Infos – hier.  

 

Die Schönheit der Großen Stadt – ab 23.02.18 Museum Ephraim Palais

Ob „Spree-Athen“ oder urbane Metropole – es geht um die äußere Erscheinung der Stadt Berlin und die dahinter verborgene Schönheit, für die Malerei die Augen öffnen kann. 120 Berliner Bilder zeigen, wie Künstler von Gaertner bis Fetting „Die Schönheit der großen Stadt“ gesehen haben. Infos – hier