Ein weiterer Schmuckplatz Berlins, der aber leider im Jahr 2016 viel von seiner Schönheit eingebüßt hatte; das Bezirksamt konnte sich Bepflanzung und Pflege nicht mehr leisten - es gab nur noch Rasen statt der bisherigen überbordenden Blumenrabatten. Aber, in 2017 kam das Aufatmen - der Vicky wurde wieder bepflanzt! Bürgerprotest lohnt sich also wie man mal wieder sieht.

 

Benannt nach der einzigen Tochter Kaiser Wilhelm II. wurde der Viktoria-Luise´- Platz im Jahr 1900 durch den Landschaftsarchitekten Fritz Encke fertiggestellt. Bei  Einweihung war die repräsentative Randbebauung weitestgehend komplettiert – klassizistische Bürgerhäuser, die mit der Berliner Mischung brachen. Hier gab es keine wohlhabenden  Bürger in den Vorderhäusern und ärmere Mieter in den dunklen Hinterhäusern. Stattdessen wurden Schulen oder Verwaltungen in den hinteren Teilen der Gebäude untergebracht. Denn der sechseckigen Platz sollte nicht nur repräsentativen Zwecken dienen, sondern sollte ein Ort zum Wohlfühlen und des Flanierens für die Anwohner sein. Da störte das Lumpenproletariat natürlich. Berühmte ehemalige Bewohner waren Billy Wilder im Haus #11, die Widerstandskämpferin Liane Berkowitz ebenfalls in Haus #11 und der Regisseure Rudolf Bernauer in Haus #1.   

 

Auch heute ist der Platz und das angrenzende Quartier ein idyllischer Fleck , nur wenige Schritte von der lauten Martin-Luther-Straße entfernt. Wer hier und in den umliegenden Straßen wohnt, muss sich ums Überleben keine Sorgen machen; entsprechend idyllisch, zivilisiert und großstädtisch entspannt geht es hier zu. 

 

Der Lette-Verein, dessen Ursprung auf den 1866 gegründeten "Verein zur Förderung der Erwerbsfähigkeit des weiblichen Geschlechts" zurückgeht, ist seit 1902 im von Alfred Messel entworfenen Gebäude zu Hause. Hier werden in sieben Berufsfachschulen in so unterschiedlichen Fachrichtungen wie Fotografie, Mediendesign oder Ernährung & Versorgung rund 800 Lehrlinge ausgebildet.  

 

Schöneberg / U4 Viktoria Luise Platz  - Bus M46 Motzstraße

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Die Schönheit der Großen Stadt – ab 23.02.18 Museum Ephraim Palais

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