Alltag in der DDR - Museum in der Kulturbrauerei

Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland präsentiert in der Kulturbrauerei die Dauerausstellung „Alltag in der DDR“. Gezeigt wird anhand von Originalobjekten, Dokumenten sowie Film- und Tonaufnahmen das Leben in der DDR zwischen Arbeitswelt und Privatleben. Geschichten aus dem Leben Einzelner veranschaulichen exemplarisch die unterschiedlichen Haltungen in Ostdeutschland, von überzeugter Anhängerschaft über innere Emigration bis hin zu Widerstand gegen das System.

 

Aber wie sah der Alltag in der DDR konkret aus? Je nachdem, wo man wohnte, wie alt man war oder welche Einstellungen man hatte, gestaltete sich der Alltag natürlich höchst unterschiedlich. Dennoch: Das politische System hatte auf das Leben jedes einzelnen Einfluss. Selbst wer nicht in der Partei war oder sich nicht besonders für Politik interessierte, musste ja mit den Gegebenheiten des Sozialismus, der Planwirtschaft oder der fehlenden Reisefreiheit leben.

 

Auf vier Faktoren fokussiert sich denn auch die Ausstellung: die marxistisch-leninistische Idee, das Kollektiv in Arbeit und Freizeit, das Versprechen auf ein besseres Leben und der Rückzug ins Private.

 

Anhand der vielen Dokumente entsteht so ein lebendiger Überblick über das Leben in der DDR. Vor allem den zweiten Teil der Ausstellung, der den Alltag im Privatleben, das Einkaufen, Verreisen und die Geselligkeit thematisiert, fand ich sehr gelungen.

 

Ich bin kein Politiker und kein Historiker aber im ersten Teil empfand ich persönlich die politische Positionierung als zu westlich geprägt; die – positive – Idee, die hinter dem Sozialismus stand wird meines Erachtens zu wenig thematisiert; der Gedanke, dass eine andere Gesellschaftsordnung nötig und möglich sein könnte. Auch die relative Emanzipation der Frauen und das Selbstbewusstsein, welches diese durch gleichwertige Teilhabe am Arbeitsleben erlangen konnten -  zu einer Zeit als die Frauen in der BRD noch großteils auf die Rolle der Hausfrau und Mutter, die maximal in Teilzeit arbeitete und wirtschaftlich fast immer von ihren Ehemännern abhängig war, reduziert war - und was das für die Menschen in der DDR und ihre Prägung – teils bis heute – bedeutet, wird für mein Dafürhalten zu wenig beleuchtet.

 

Knaackstraße 97 – Prenzlauer Berg /030 4677 7790 / Di-So 10:00-18:00, Do 10:00-20.00 / www.hdg.de/museum-in-der-kulturbrauerei / U2 Eberswalder Straße  – Tram M1 & M10 U-Bahnhof Eberswalder Straße

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

News

Berlin Biennale – 09.Juni-09.September 2018

Die Berlin Biennale ist das Forum für zeitgenössische Kunst in Berlin. Sie findet alle zwei Jahre an variierenden Orten in Berlin statt und wird von unterschiedlichen Konzepten bekannter Kuratoren geprägt. Die Veranstaltungen im Rahmen des öffentlichen Programms «I’m Not Who You Think I’m Not» finden an vielen verschiedenen Orten in Berlin statt. Am 8. Juni 2018 wird die Berlin Biennale um 19 Uhr zeitgleich an allen Ausstellungsorten eröffnet. Alle  Orte sind an diesem Abend bis 22 Uhr zugänglich und der Eintritt ist kostenlos. Mehr Infos – hier.  

 

Die Schönheit der Großen Stadt – ab 23.02.18 Museum Ephraim Palais

Ob „Spree-Athen“ oder urbane Metropole – es geht um die äußere Erscheinung der Stadt Berlin und die dahinter verborgene Schönheit, für die Malerei die Augen öffnen kann. 120 Berliner Bilder zeigen, wie Künstler von Gaertner bis Fetting „Die Schönheit der großen Stadt“ gesehen haben. Infos – hier