Natürlich hatte ich vor unserem Besuch einiges über das Konzept gelesen: ein Restaurant in Kreuzberg, das von Geflüchteten betrieben wird, unterstützt vom Verein „Be an Angel“. Ein Projekt, das Menschen aus Syrien, Afghanistan und Pakistan eine Perspektive bieten will und ihnen beim Ankommen und Teilhaben hilft und somit Integration ermöglichen will. Aber – letztlich war das egal und sollte es ja auch eigentlich sein, denn nur dann ist es ja doch Integration, wenn die Tatsache, wer wann warum nach Berlin gekommen ist, keine Rolle mehr spielt, wenn wir uns begegnen.

 

Der Kreuzberger Himmel ist ein Lokal mit authentischem und großartigem syrischen Essen, mit freundlichem und aufmerksamem Personal, ein Ort des Zusammenkommens für Berliner aller Couleur und aller Schichten.

 

Die Einrichtung ist modern-klassisch – ich war nie in Syrien und kann deshalb nicht beurteilen, wie typische Restaurants dort aussehen - in Kreuzberg ist man auf jeden Fall zeitgeistig, was das Design und das Interieur anbetrifft.

 

Wir starteten mit Hummus und Sanbousak – Samosas. Der Hummus wunderbar cremig mit einem schönen, leichten Geschmack nach Tahina und Kreuzkümmel. Die Sambousak, in der vegetarischen Variante mit Käse, Petersilie und Ei gefüllt, waren nur leicht frittiert und waren einfach nur – ja – himmlisch.

 

Die Kousa Mashi, Zucchini gefüllt mit Lamm in Joghurtsauce, waren würzig und die Joghurtsauce frisch und sämig. Die Kibbeh – ein Kloß aus Bulgur und Lammfleisch – sehr nuanciert und ausgewogen im Geschmack. 

 

Natürlich sind die Gerichte leicht modifiziert und an den europäischen Geschmack und auch an die vor Ort zu habenden Produkte angepasst. Aber das tut der Authentizität keinen Abbruch. Dafür sorgen natürlich auch die Betreiber. Die Köche, die auf Grund der deutschen Bürokratie nur als Küchenhilfen firmieren, wie wir lernen duften, sind vom Fach und das merkt man der Präzision und der Handwerklichkeit der Gerichte natürlich an.   

 

Auf der Weinkarte finden sich einige interessante Weine aus dem Libanon – einer Region in der der Weinbau schon seit 3000 vor Christus betrieben wird; man vergisst das leicht und findet Wein aus dieser Gegend in Berlin auch nicht so häufig auf einer Restaurantkarte. Mit ihrer ausgeprägten Frucht passen sie hervorragend zum kräftigen syrischen Essen. 

 

Eine Bereicherung ist dieser Kreuzberger Himmel. Bei unserem Besuch an einem Freitagabend war das Restaurant sehr voll – ohne Reservierung war eigentlich kein Platz mehr zu bekommen. Möge es so bleiben; denn – und jetzt kommen wir doch nochmal zur Geschichte hinter dem Lokal zurück -  nicht nur das Gastronomische ist Spitze, sondern auch das Projekt dahinter. Man kann sein Geld kaum sinnvoller ausgeben beim Essengehen.      

 

Yorckstrasse 89 – Kreuzberg / / Mi-So ab 17:00 /  www.kreuzberger-himmel.de  / U6 - U7  Mehringdamm – Bus M19 – Bus 140 Mehringdamm / Preise -  € - €€    

 

 

 

Kommentare: 0

News

1000x Berlin. Das Online-Portal zur Stadtgeschichte

1000 Fotografien aus den Sammlungen der Berliner Bezirksmuseen und des Stadtmuseums Berlin geben einen faszinierenden Einblick in die Stadtgeschichte. Aus Anlass des 100. Jubi­lä­ums von Groß-Ber­lin erzäh­len sie von einer Groß­stadt, die 1920 durch Par­laments­be­schluss aus Städ­ten, Landgemeinden und Gutsbezirken zusammen­gefügt wurde. 150 thematische Fotoserien zeigen, wie sich das Bild Berlins von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart verändert hat. Alle Infos – hier

 

Zu wenig Parfüm, zu viel Pfütze.“ Hans Baluschek zum 150. Geburtstag - 12.Mai - 27.September 2020

Hans Baluschek war scharfer Beobachter, brillanter Künstler und engagierter Chronist seiner Zeit. Schon früh konfrontierte der 1870 geborene Maler, Grafiker und Illustrator das Publikum mit ungewohnt realistischen Darstellungen des Berliner Lebens. Ihn interessierten die Folgen der Industrialisierung, die Lebensumstände des Proletariats, Armut, Hunger und Verwahrlosung in den unteren Gesellschaftsschichten einer großen Stadt. Zum 150. Geburtstag des Künstlers zeigt die Ausstellung im Bröhan-Museum nun einen umfassenden Überblick seines Werkes und spannt dabei einen Bogen vom Kaiserreich bis in die Jahre der Weimarer Republik. Alle Infos – hier.     

 

Stasi in Berlin – noch bis 31.Dezember 2020

Die Sonderausstellung „Stasi in Berlin“ der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zeigt die Dimensionen der staatlichen Repression durch den Staatssicherheitsdienst der DDR sowohl in der Hauptstadt der DDR als auch in West-Berlin. Auf einem begehbaren, 160 qm großen Luftbild erkunden die Besucher mit Hilfe von Tablets zahlreiche Dienstobjekte und tausende konspirative Wohnungen. Fotos, Videos und Schriftstücke verdeutlichen das Ausmaß der Überwachung. Alle Infos – hier.

 

Fast Fashion – 27.September 2019 – 02. August 2020

Die Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode “ wirft einen kritischen Blick auf die Folgen des Modekonsums für Produzenten und Umwelt und regt die Besucher an, sich engagiert mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Alle Infos – hier