Lochner Weinwirtschaft

In den ehemaligen Räumen des Bar Tolucci, die sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite vergrößert haben, hat Ende 2014 die Lochner Weinwirtschaft eröffnet. Gerlinde und Andreas Lochner hatten jahrelang ein Fine Dining Restaurant am Lützowplatz, 16 Punkte geschmückt vom Gault-Millau, bis sie beschlossen einen Gang zurückzuschalten und sich auf das zu fokussieren, was sie lieben: gutes, ehrliches Essen und feinen Wein.

 

Der Gast bekommt eine gut kuratierte Auswahl offener und Flaschenweine, dazu Weinbegleiter Tapas Style und ein wöchentlich freitags wechselndes Abendmenü. Das ist alles ganz vorzüglich und so haben sich die Lochners schnell eine treue Fangemeinde erkocht und bewirtet.

 

Das Ambiente ist freundlich, hell und offen und die Herzlichkeit der Gastgeber prägt die Atmosphäre ganz entscheidend.  Im vorderen Bereich locken rote Clubsessel zum gemütlichen Wein trinken und dazu einige der Weinbegleiter zu genießen, im hinteren befindet sich das Restaurant. Aber natürlich kann man auch im Restaurant Bereich die Weinbegleiter bestellen und umgekehrt im Barbereich die Menüs und egal wo man sitz - das würde ich auch unbedingt empfehlen; denn, wenn man teilt, bekommt man einen guten Einblick in das Können und die Kreativität der Küche.

 

Wir starten mit Schnittlauchbrot mit Radieschen, gekochtem Ei und Spargel sowie Tafelspitz mit Kürbiskern-Vinaigrette, Linsen und Feldsalat. Beides eigentlich einfache Gerichte aber jede einzelne Zutat präzise zubereitet und im Zusammenspiel der Geschmacksnoten fein nuanciert. Auch die Vorspeise des Menüs - Bärlauchsuppe mit Lachs - war überzeugend und der Knoblauchgeschmack des Lauchgewächses, der mich oft vom Bärlauch fern hält, war gut austariert. Der Garnelensalat kam mit Bohnen, Oliven, Tomaten, Speck und Kräutersalat – ein sehr mediterranes Gericht.

 

Die Piccata vom Seeteufel war kross, das dezente Aroma des Fisches gut eingebunden in die Beilagen Kartoffelstampf und Spinat und die Eihülle genau richtig paniert. Auch die Ochsenbacke mit Bärlauch-Semmelknödel überzeugte; lang und zart geschmort und das Fleisch natürlich von hervorragender Qualität.

 

Die Weinkarte fokussiert sich auf die wichtigen deutschen Anbaugebiete mit vielen Entdeckungen junger, ambitionierter Winzer, und sogar die relativ unbekannten Anbaugebiete Hessische Bergstraße und Brandenburg sind vertreten; die Preise der Flaschen und offenen Weine sind fair kalkuliert. Beim Wasser preist man für meinen Geschmack etwas zu ambitioniert, allerdings wird auf Wunsch auch Tafelwasser zu einem geringen Unkostenbeitrag serviert. 

 

Der Service ist kompetent, aufmerksam und freundlich, das Publikum großstädtisch und entspannt. Einem schönen Abend steht in der Lochner Weinwirtschaft nichts im Wege.   

 

Eisenacher Straße 86 – Schöneberg/ / www.lochner-weinwirtschaft.de/  U7 Eisenacher Straße – Bus M46 Grunewaldstraße /  Preise - €€

Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    Juliane Gassert (Donnerstag, 27 April 2017 20:38)

    Auch wenn die Lochners ja kein Geheimtipp sind, kenne ich nur den alten Laden.
    Es scheint, als hätten sie mit der Weinwirtschaft alles richtig gemacht.
    Was mich natürlich besonders interessiert:
    welche Winzer von der Hessischen Bergstrasse vertreten sind.

  • #2

    Charlotte@fortsetzungberlin (Donnerstag, 27 April 2017 20:43)

    Hallo Juliane, Simon Bürkle aus Zwingenberg ist auf der Karte.

  • #3

    Juliane Gassert (Donnerstag, 27 April 2017 21:21)

    Danke. Werde mir diesen Winzer mal ansehen, da ich ihn leider noch nicht kenne.

  • #4

    klaus haetzel (Sonntag, 24 Dezember 2017 08:04)

    Gut Essen zu Heiligabend - Charlotte weist den Weg in meiner alten Heimat Schöneberg. Da trägt sich Krimiautor Rufus Katzer gern ins Gästebuch ein.

  • #5

    Charlotte@fortsetzungberlin (Sonntag, 24 Dezember 2017 14:35)

    Danke Klaus!

News

Berlin in der Revolution 1918/19 – 09.November 2018-03.März 2019

Die Aufnahmen der Pressefotografen, insbesondere der Gebrüder Haeckel und von Willy Römer, erzählen fotografisch von der Revolution 1918/19. Ihre Aufnahmen sind auch als historische Quellen zu lesen, die etwa erkennen lassen, dass nicht nur Arbeiter und Soldaten Akteure der Revolution waren. Zugleich wird auf den Film wie auf die Unterhaltungskultur im Winter 1918/19 eingegangen, um ein authentischeres Bild von den Revolutionsmonaten und der bestehenden Parallelwelt zu vermitteln. Denn die teils kriegerische Gewalt gehörte ebenso dazu, wie die Lust an den Vergnügungen. Alle Infos – hier

Berlin 18/19 – 23.November 2018 – 19.Mai 2019

Die Sonderausstellung im Märkischen Museum widmet sich den Geschehnissen der Novemberrevolution in Berlin und ihren bis heute sichtbaren Nachwirkungen. Was passierte nach dem 9. November 1918 an der Spree? Wie sah der Revolutionsalltag der Berlinerinnen und Berliner aus? Welche Vorgeschichte hatte der Januaraufstand von 1919, und warum wurden im März desselben Jahres ganze Stadtviertel zum Bürgerkriegsgebiet? Die Sonderausstellung zeigt das großstädtische Leben in der Revolutionsphase und beleuchtet die Hintergründe der Gewalteskalation. Alle Infos - hier

 

Französische Filmwoche 28.November – 05.Dezember 2018

 

Auf dem Programm der Französischen Filmwoche 2018 zahlreiche Deutschlandpremieren französischer und frankophoner Filme. Zum 18. Mal wird die Französische Filmwoche zu einem Forum der Begegnung und des Austauschs. Alle Infos – hier