Die israelische Küche gibt es ja eigentlich nicht, denn es gibt kein typisches Gericht, welches ausschließlich in Israel gekocht wird. Die zwei dominierenden Hauptrichtungen sind die Küche der Einwanderer aus Mittel- und Osteuropa, die ashkenasische sowie die sephardische Küche der Einwanderer aus Südeuropa und aus dem Nahen Osten. In der sephardischen Küche finden sich Zutaten und Rezepte aus Spanien, Griechenland, Italien, der Türkei, Marokko, Libyen, Tunesien oder dem Irak, um nur einige Länder zu nennen.

 

Das Feinberg’s in Schöneberg fokussiert sich auf die sephardische Küche. Und so finden wir hier Hummus, Falafel, Tahini, Baba-Ganoush aber natürlich auch das israelische Leibgericht Shakshuka auf der Karte.

 

Nach dem Umzug in die ehemaligen Räume des Café Des Artistes hat das Restaurant wesentlich mehr Sitzplätze drinnen und auf der Terrasse; das tut der Qualität aber zum Glück keinen Abbruch und der Atmosphäre gibt es einen enormen Schub nach oben, dass man nicht mehr ganz so beengt sitzt.

 

Der Hummus, 2015 als der Beste Berlins ausgezeichnet, ist ein Traum; sämig, frisch und samtig - da reichten uns die beiden dazu gereichten warmen Pita Brote gar nicht aus. Auch die Falafel Bällchen waren hervorragend – eine goldbraune, knusprige Hülle mit dem typisch nussigen Geschmack und einer ordentlichen Portion Koriander und Kreuzkümmel.

 

Als Hauptgang wählten wir Shakshuka und Kebab vom Lavagrill. Das Kebab aus Rinderhack hatte einen angenehmen Rauch und Minze und Petersilie waren wohldosiert eingesetzt. Das Shakshuka war wunderbar durchgezogen, sehr tomatig, sehr saftig und punktgenau gewürzt; die Eier waren fest aber innen noch ein klein bisschen weich – so mag ich es am liebsten. Dazu wurde natürlich nochmal Pita Brot gereicht; das Pfannengericht isst man ja am besten einfach nur mit dem Brot statt mit Messer & Gabel. In Israel ist man ja Shakshuka zu jeder Tages- & Nachtzeit – ich kann das sehr gut nachvollziehen. 

 

Die ausgeschenkten Weine sind koscher, was aber ja im Grunde nur bedeutet, dass bei der Herstellung des Weins sowohl im Weinberg als auch in der Kellerei bestimmte Anforderungen zu befolgen sind. Allerdings war mir der Wein etwas zu süß und ich finde es schade, dass meinem Wunsch nach einem Glas 0.1 nicht entsprochen werden konnte, da man nur 0.2 Gläser ausschenkt; das ist dann aber auch mein einziger Kritikpunkt.

 

Das Feinberg’s ist ein guter Botschafter israelischer Gastfreundschaft und sephardischer Küche und ein gelungener Ort für entspanntes Essen.

 

Fuggerstraße 35 – Schöneberg / 030 91553462 / Di– So 12:00- 23:00 / http://www.feinbergs.de / U1–U2 Wittenbergplatz - U3 Augsburgestraße  / Preise - €€

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Juliane Gassert (Freitag, 25 August 2017 21:18)

    Klingt sehr einladend.
    Wüsste aber gern, was Shakshuka ist, denn es erklärt sich leider auch im www nur sehr schlecht.

  • #2

    Rufus Katzer Mallorca Krimis (Samstag, 26 August 2017 09:52)

    Charlottes
    Berlin-Blog wie immer spannend, auch Leser müssen manchmal essen.

  • #3

    Charlotte@fortsetzungberlin (Samstag, 26 August 2017 10:13)

    Hallo Juliane,
    Shakshuka ist ein Pfannengericht aus eingekochten Paprika, Tomaten und pochierten Eiern.
    Charlotte

  • #4

    Charlotte@fortsetzungberlin (Samstag, 26 August 2017 10:14)

    Hallo Klaus,
    das müssen die Leser und die Autoren. Umso wichtiger, dass das Essen gut ist.
    Charlotte

News

1000x Berlin. Das Online-Portal zur Stadtgeschichte

1000 Fotografien aus den Sammlungen der Berliner Bezirksmuseen und des Stadtmuseums Berlin geben einen faszinierenden Einblick in die Stadtgeschichte. Aus Anlass des 100. Jubi­lä­ums von Groß-Ber­lin erzäh­len sie von einer Groß­stadt, die 1920 durch Par­laments­be­schluss aus Städ­ten, Landgemeinden und Gutsbezirken zusammen­gefügt wurde. 150 thematische Fotoserien zeigen, wie sich das Bild Berlins von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart verändert hat. Alle Infos – hier

 

Zu wenig Parfüm, zu viel Pfütze.“ Hans Baluschek zum 150. Geburtstag - 12.Mai - 27.September 2020

Hans Baluschek war scharfer Beobachter, brillanter Künstler und engagierter Chronist seiner Zeit. Schon früh konfrontierte der 1870 geborene Maler, Grafiker und Illustrator das Publikum mit ungewohnt realistischen Darstellungen des Berliner Lebens. Ihn interessierten die Folgen der Industrialisierung, die Lebensumstände des Proletariats, Armut, Hunger und Verwahrlosung in den unteren Gesellschaftsschichten einer großen Stadt. Zum 150. Geburtstag des Künstlers zeigt die Ausstellung im Bröhan-Museum nun einen umfassenden Überblick seines Werkes und spannt dabei einen Bogen vom Kaiserreich bis in die Jahre der Weimarer Republik. Alle Infos – hier.     

 

Stasi in Berlin – noch bis 31.Dezember 2020

Die Sonderausstellung „Stasi in Berlin“ der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zeigt die Dimensionen der staatlichen Repression durch den Staatssicherheitsdienst der DDR sowohl in der Hauptstadt der DDR als auch in West-Berlin. Auf einem begehbaren, 160 qm großen Luftbild erkunden die Besucher mit Hilfe von Tablets zahlreiche Dienstobjekte und tausende konspirative Wohnungen. Fotos, Videos und Schriftstücke verdeutlichen das Ausmaß der Überwachung. Alle Infos – hier.

 

Fast Fashion – 27.September 2019 – 02. August 2020

Die Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode “ wirft einen kritischen Blick auf die Folgen des Modekonsums für Produzenten und Umwelt und regt die Besucher an, sich engagiert mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Alle Infos – hier