Bar hors d'œuvre nennen die Macher ihr Konzept – auf Kleinigkeiten in Entréegröße und korrespondierenden Wein konzentriert man sich hier. Täglich werden 2 viergängige Tasting Menüs angeboten, man kann aber natürlich auch à la carte bestellen; mit zwei Gängen pro Person sollte man mindestens kalkulieren. Was bei Preisen um die 10,-- EUR pro Gericht ein absolut gastfreundliches Angebot ist.   

 

Der Gastraum ist relativ klein mit Lampen, die an die Lichtinstallation von Björn Dahlem im Salon Dahlmann erinnern, dazu ausgewählte Kunst an den Wänden. Aber auch auf der Terrasse sitzt man schön - die Senefelder Straße ist eine der weniger stark befahrenen Straßen im Kiez, noch dazu ist direkt vor dem Lokal verkehrsberuhigte Zone. Im Sommer werden bei Bedarf auch noch zusätzliche Tische nach draußen gebracht – ein sehr gastfreundlicher Zug – leider findet man in Berlin noch häufiger eine konträre Einstellung. Es sind auch diese Aufmerksamkeiten die den Unterscheid zwischen gut und empfehlenswert machen.    

 

Das selbstgebackene Brot zum Start war frisch, leicht mehlig und passte gut zur cremigen Butter. Es war sogar so gut, dass die Begleitung nach dem Essen noch um einen Nachschlag bat und auch ohne Aufpreis bekam. 

 

Die gelbe Gazpacho mit Brotchip, der sich als relativ groß entpuppte war cremig und sämig in ihrer Konsistenz, der Ziegenkäse mit Champignon und Petersilienwurzeln war ein schönes Tris des herausragenden Grundproduktes. Der nachfolgende schwarze Heilbutt war butterweich aber doch sortentypisch fest und dezent nach Meer schmeckend, die Beilagen Topinambur und die geringelte Bete Chioggia aus dem Veneto, die man hierzulande eher selten auf der Karte findet, waren perfekte Begleiter dazu. Auch das weiße Coq au vin war zart und jedes Aroma der Gemüsebegleiter Erbsen, Karotten und Spargel war gut eingebunden. Der Aprikosenknödel zum Dessert war ein schöner Abschluss, konnte allerdings an die Hauptgänge geschmacklich nicht ganz anschließen.

 

Die Weinkarte ist mit Sachverstand kuratiert – sehr viele prominente Namen finden sich darunter aber auch einige Entdeckungen, vieles glasweise zu bestellen. Aber auch Biertrinker kommen auf ihre Kosten: einige Craft Biere stehen zur Auswahl.

 

Man merkt in Küche und Service sind Profis am Werk und man versteht und liebt sein Handwerk. Ich mag das, wenn ich merke, dass die Gastgeber vom Fach sind; diese Abende sind irgendwie entspannter und genussfreudiger.     

 

Senefelderstraße 30 – Prenzlauer Berg / / www.bricole.de / Tram M2-M5 Prenzlauer AlleXDanziger Straße – Tram M10 Husemannstraße – U2 Eberswalder Straße / Preise - €€

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Juliane Gassert (Mittwoch, 02 August 2017 15:11)

    Klingt sehr einladend und stimmig. Schöne Entdeckung!

  • #2

    Charlotte@fortsetzungberlin (Mittwoch, 02 August 2017 17:52)

    Freue mich, wenn ich diese Entdeckungen teilen kann.

  • #3

    Juliane Gassert (Donnerstag, 17 August 2017 13:41)

    Das Bricole ist eine wirkliche Perle.
    Sehr liebevoller kompetenter Inhaber. Klassische aber gut harmonierende Weinempfehlungen.
    Auf meinen Wunsch nach einem Probeschluck bei einem Rosé kamen zwei Gläser und die Flasche an den Tisch.
    Das Essen ist hervorragend. Wir hatten das neue Menü vom 4. August.
    Schön, die wiederkehrenden und unterschiedlichen Püree-Punkte auf jedem Teller.
    Die Veredelung von Wildlachs und Avocado mit Liebstöckel, teils als Kräuter teils als Schäumchen, ist für mich einfache aber gekonnte Interpretation...
    Die Fava-Bohnen zum Hauptgang ein Gedicht in Butter...
    Und beim Himbeer-Mascarponetörtchen mit weißer Schokolade war ich vom feinsinnigen Zusammenspiel der süßen und säuerlichen Komponenten sprachlos vor Glück.

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