Die Arminiusmarkthalle hat in den letzten Jahren ja ein ziemliches Comeback hingelegt. Maßgeblich daran beteiligt sind sicherlich die Macher des Rosa Lisbert.

 

Der Elsässischen Küche haben sie sich verschrieben, das heißt Flammkuchen, aber daneben auch Klassiker wie Coq au Vin oder Fleischpastete und Schnecken. Dazu gibt es ein Menu du Jour, bei dem sich die handwerkliche Klasse der Küche bestens präsentiert. 

 

Die Flammkuchen gibt es in den verschiedensten Varianten – traditionell mit Speck & Zwiebeln, mit Pferdeschinken, mit Knochenmark und Flusskrebsen oder als Edel Variante mit Trüffeln & Foie Gras aber auch Vegetarier werden fündig. Was allen gemeinsam ist, der leichte, luftige, kross gebratene Boden und die hervorragenden Grundprodukte, die verwendet werden. Hinter der offenen Bar befinden sich die beiden Flammkuchen Öfen, die extra angefertigt wurden um den Rauch durch den Ofen zu leiten und somit den elsässischen Anforderungen für Flammkuchen gerecht zu werden. Mit diesen Gerichten kann man also schon nicht viel falsch machen.

 

Wer es exquisiter mag sollte sich an das Menu du Jour halten. 2-3 Gänge zu einem sehr kundenfreundlich kalkulierten Preis. Die elsässische Küche ist ja eher bodenständig im Vergleich zu anderen Regionen Frankreichs, eine Mischung aus alemannischer Deftigkeit und französischer Raffinesse. Viele Schmorgerichte isst man dort, die traditionell im Stein– oder Keramiktopf zubereitet werden. Und dieser Tradition fühlt sich die Küche des Rosa Lisbert auch verbunden. Bis hin zum Elsässischen Wappentier, der Storch, der auf dem Dach des Tresens seine Heimstätte gefunden hat.  Das ist alles ganz vorzüglich und die handwerkliche Sauberkeit, mit der man hier agiert schafft den Spagat aus vermeintlich einfachen Speisen und anspruchsvoller Küche.   

 

Die Weinkarte ist natürlich ebenfalls stark vom Elsass geprägt, es gibt aber auch gute Positionen aus Pfalz und Rheingau und anderen französischen Anbaugebieten. Manchmal schleicht sich sogar ein Ungar unter – sehr zu meinem großen Vergnügen, den ungarischen Wein bekommt man in Berlin äußerst selten.

 

Gemütlich sitzt man hier, obwohl das hier ja eigentlich „nur“ ein Stand ist wie in den Markthallen üblich; die Tische sind auf einem und neben einem Podest  am Tresen gruppiert. Der Service ist kompetent, freundlich und unaufdringlich am Gast. Auch das mag ich sehr; man fühlt sich weder vernachlässigt noch überbetreut.  

 

Inzwischen hat das Rosa Lisbert auch Zuwachs bekommen – ein mexikanischer Food Truck hat nebenan Einzug gehalten. Das heben wir uns für unseren nächsten Besuch auf.    

 

Arminusmarkthalle - Arminiussstraße 2-4 – Moabit  /   0152 219 829 23 / www.rosalisbert.de/  U9 Turmstraße – Bus TXL – M27 Turmstraße -  Straße / Preise - € - €€

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    EinfachWein (Montag, 26 Februar 2018 21:06)

    Klingt verlockend. Vermeintlich Einfaches bedarf ja guter Handwerkskunst.

News

1000x Berlin. Das Online-Portal zur Stadtgeschichte

1000 Fotografien aus den Sammlungen der Berliner Bezirksmuseen und des Stadtmuseums Berlin geben einen faszinierenden Einblick in die Stadtgeschichte. Aus Anlass des 100. Jubi­lä­ums von Groß-Ber­lin erzäh­len sie von einer Groß­stadt, die 1920 durch Par­laments­be­schluss aus Städ­ten, Landgemeinden und Gutsbezirken zusammen­gefügt wurde. 150 thematische Fotoserien zeigen, wie sich das Bild Berlins von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart verändert hat. Alle Infos – hier