Der Richardplatz ist der zentrale Platz des ehemaligen Dorfes Rixdorf, heute ein Teil von Neukölln. Er entspricht bis hin zum mäßigen Kopfsteinpflaster einem typischen brandenburgischen Dorfanger wie man ihn heute noch in vielen Dörfern außerhalb Berlins finden kann.

 

Der Name lässt sich wohl auf einen Ritter gleichen Namens zurückführen, denn bereits 1360 wurde an dieser Stelle ein Ordenshof des Johanniterordens erbaut. Der Richardplatz liegt im ursprünglich Deutsch Rixdorf genannten Teil von Richardsdorp. Der Teil Böhmisch Rixdorf wurde 1737 von protestantischen Flüchtlingen aus Böhmen gegründet, die auf Einladung Friedrich Wilhelm I in die Nähe von Berlin kamen.  Berlin litt immer noch unter dem Bevölkerungsschwund durch den Dreißigjährigen Krieg und Preußen brauchte Arbeitskräfte, denen im Gegenzug Religionsfreiheit zugesichert wurde. Erst 1874 wurden beide Dörfer zusammengelegt. Mehr dazu wie Rixdorf Neukölln wurde finden Sie demnächst unter in der Rubrik Stadteile unter Neukölln.     

 

Alte Gewerbebauten haben Krieg und Zerstörung überlebt, so etwa eine Schmiede und ein Kutschenverleih. Das Fuhrunternehmen Schöne, 1894 gegründet, liegt seit 1910 am Richardplatz. Die Kutschen und Fuhrwerke können auch heute noch besichtigt werden. Umgeben ist der Platz von alten Wohnhäusern und altem Baumbestand. Es ist ruhig, beinahe dörflich und völlig unprätentiös. Nachbarn sitzen auf den Bänken, Zeitung lesend, quatschend – man entschleunigt sofort und vergisst die Zeit. Ein sehr guter Ort um zur Ruhe zu kommen. Nur zweimal im Jahr ist es mit dieser  Ruhe vorbei – beim historischen Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Leider auf Grund der Besuchermassen kein uneingeschränktes Vergnügen mehr.  

 

Neukölln / S- Ringbahn Sonnenalle - U7 Karl Marx Straße –Bus M41 Hertzbergplatz  

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