Seit April 2017 lohnt sich dieser Ausflug beziehungsweise die etwas weitere Anfahrt aus zwei Gründen: war zunächst das Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum Schloss Biesdorf im Areal beheimatet, wird das Schloss ab Mai 2018 ein Ausstellungsort der Kommunalen Galerie Marzahn-Hellerdsorf. Der Park ist ohnehin trotz seiner dezentralen Lage einen Besuch wert.

 

Lange war das Schloss ein Schandfleck im Park. Das hat sich seit letztem Jahr aber Dank eines großen Unterstützerkreises gewandelt und so strahlen Park und Schloß wieder in altem Glanz. Architekt der als Schloss bezeichneten Villa war Heino Schmieden, der die Pläne mit dem jungen Martin Gropius entwickelte.   

 

Ursprünglich wurde das Ensemble 1868 von Hans Herrmann von Rüxleben in Auftrag gegeben. Wichtigster Impulsgeber zur Entwicklung des Gartendenkmals war aber Wilhelm von Siemens, der das Herrenhaus und den Park 1889 übernahm und, gemeinsam mit dem Berliner Stadtgartendirektor Brodersen, die Anlage im damals sehr populären englischen Stil anlegen ließ.  

 

Im Park findet sich ein Lawn-Tennisplatz, heute ein Lesegarten, und ein Teepavillon, aber auch Wiesenräume und  Sichtachsen, die den Blick auf Rondelle und den Fontänenteich eröffnen; Strauch- und Baumhaine und der älteste und größte zusammenhängende Baumbestand aus Laub- und Nadelgehölzen im Bezirk Marzahn.   

 

Der Park ist eigentlich nur zu Zeiten des Biesdorfer Blütenfestes Ende Mai wirklich gut besucht, was einerseits sehr bedauerlich ist, andererseits aber für Ruhesuchende wohl eher begrüßenswert. Zugegebenermaßen liegt Biesdorf etwas abseits, aber der Besuch ist lohnenswert. Es sind vergangene Zeiten, die hier auferstehen, aber es gibt ja einfach diese Momente in denen es schön ist, in diese Vergangenheit abzutauchen.

 

Die Kommunale Galerie wird sich in ihren Ausstellungen zeitgenössischen Kunstprojekten mit Fokus auf den städtischen Raum widmen und in Zusammenarbeit mit dem Kunstarchiv Burg Beeskow Positionen aus der ehemaligen DDR zeigen. Das Kunstarchiv in der Nähe von Frankfurt/Oder besitzt eine Sammlung von über 23.000 Objekten der DDR Zeit, die vor 1989 Parteien, Massenorganisationen oder den Staatsorganen der DDR gehörten. Die Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern übertrugen und bündelten ihren Nachlass der Werke im Kunstarchiv. Man darf sehr gespannt auf die ersten Ausstellungen sein.     

 

Im Schloss sollen aber darüber hinaus auch für Konzerte, Künstlergespräche oder Lesungen stattfinden. Zur 150 Jahrfeier des Schlosses wird es Anfang Mai ein mehrtägiges Festprogramm geben. 

 

 

Das dazugehörige Museumscafé bietet guten Kaffee und Kuchen und man sitzt auf der Terrasse oder in den renovierten Räumen sehr angenehm. An jedem ersten Sonntag im Monat wird ein Brunch angeboten, der sehr nachgefragt ist - unbedingt reservieren!  

 

Alt Biesdorf 55 - Biesdorf / Museum Mi-Mo 10:00-18:00 / www.kultur-marzahn-hellersdorf.de/SCHLOSS-BIESDORF.334.0.html / S Bahn Biesdorf – U5 Elsterwerdaer Platz

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